Fliegende Vögel in Schwarz-Weiss

Schwarz-Weiß-Fotografie und Bearbeitung

Momentan ist draußen genau das richtige Wetter für Schwarz-Weiß-Fotografie. Sowohl Porträts, Nachtaufnahmen als auch Winterlandschaften bekommen das gewisse Etwas, wenn sie in schwarz-weiß abgebildet werden. Wir zeigen Ihnen, wie man ein Schwarz-Weiß-Bild erstellt.

Um mit Hilfe der Kamera direkt ein Schwarz-Weiß-Foto zu erstellen, könnten Sie in Ihren Einstellungen einfach auf Monochrom (Graustufen, Black&White oder BW) wechseln. Mit dieser Methode bekommen Sie direkt das gewünschte Resultat auf dem LCD-Bildschirm der Kamera angezeigt.

Allerdings ist dieses Ergebnis mit Vorsicht zu genießen, denn obwohl dies tatsächlich eine schnelle Methode ist, fehlen dem Bild auf diese Weise sämtliche wichtige Farb- und Bildinformationen. Es entsteht ein eher kontrastschwaches Bild – wenn sie nicht gerade mit der (sehr teuren) Leica M Monochrom Kamera unterwegs sind. Im Endeffekt verlieren Sie jede Möglichkeit die Schwarz-Weiß-Umsetzung selbst zu beeinflussen.

Fotografieren Sie das Motiv aus diesem Grund zunächst in Farbe. Dies hat den Vorteil, dass die einzelnen Farbkanäle bei der Nachbearbeitung zur Verfügung stehen und Sie somit die bestmögliche Optimierung vornehmen können. Diese Fotos lassen sich mit Hilfe von Photoshop oder einer kostenlosen Software, wie beispielsweise PhotoScape oder GIMP, am Computer schwarz-weiß nachbearbeiten.

Anders verhält es sich, wenn Sie Ihre Fotos im RAW-Format aufnehmen. Ist Ihre Kamera dann auf S/W eingestellt sehen Sie auf dem Display Ihrer Kamera zwar ein monochromes Bild, das gespeicherte RAW-Bild besitzt aber weiterhin alle Farbinformationen. Dies ist besonders praktisch, um schon beim Fotografieren einen Eindruck der entstandenen Bilder zu bekommen ohne auf alle Nachbearbeitungsmöglichkeiten zu verzichten.

Nachfolgend stellen wir Ihnen drei Wege vor, mit denen Sie aus Ihren farbigen Fotos überzeugende Schwarz-Weiß-Aufnahmen zaubern.

Den Farbmodus zu Graustufen ändern

Die meisten Bildbearbeitungsprogramme bieten Ihnen die Möglichkeit, den so genannten Farbmodus umzustellen. Ihr (farbiges) Digitalfoto wird sich im RGB-Farbmodus befinden. Wenn Sie mit Hilfe von Photoshop, GIMP oder einer anderen Bildverarbeitung den Farbmodus auf Graustufen (manchmal auch unter dem Begriff „Monochrom“ zu finden) einstellen, wird die Software den Helligkeitswert jeder Farbe in einen Grauton umrechnen. Ein dunkles Blau wird zu einem dunkleren Grau, ein helles Gelb zu einem hellerem grau. Diese Methode ist sehr ähnlich zu den Vorgängen, die in Ihrer Kamera stattfinden, wenn sie diese auf S/W-Fotografie umstellen. Wenn Sie sich für diese Methode entscheiden, empfehlen wir Ihnen, noch vor der Umstellung Anpassungen im Kontrast vorzunehmen und die Helligkeit einzelner Farbkanäle nach Ihren Vorstellungen zu verändern.

Die Sättigung verringern

Um den Farbmodus zu ändern gibt es außerdem die Möglichkeit, die Sättigung einzustellen.

saettigung-in-photoshop

Die Helligkeit der Grautöne kann somit durch die Sättigung der Farben bestimmt werden. Hellblau wird also dieselbe Helligkeit wie hellgelb ergeben. Ein klarer Vorteil dieser Methode, denn der RGB-Farbmodus bleibt erhalten – Rot, Grün und Blau bekommen die gleiche Wertigkeit, um die Farbe aus dem Bild zu entfernen. Außerdem kann man durch Manipulation der Farb-Kanäle feiner einstellen, welche Farben im S/W-Ergebnis heller oder dunkler wirken.

Mit Hilfe von Filtern Bilder in schwarz-weiß Umwandeln

Diese Methode hat die Besonderheit, direkten Einfluss auf die Graustufen untereinander auszuüben. Sie können die Helligkeit von Rot, Grün und Blau nun ganz einfach einzeln beeinflussen.

photoshop-sw-einstellungen

An dieser Stelle sollten Sie darauf achten, dass die durchschnittliche Helligkeit des Fotos erhalten bleibt. Wenn Sie dies berücksichtigen, wird sich das beste Ergebnis praktisch wie von selbst ergeben.

Partielle Schwarzweißeffekte „Color Key“

Mit einem Fotobearbeitungsprogramm haben selbst Beginner schnell den Dreh raus, einige gezielte Parts eines Fotos einzufärben, während der Rest des Bildes weiterhin in schwarz-weiß dargestellt wird. Bei einem Portrait können Sie beispielsweise die Augen und die Lippen, bei einem Naturfoto vielleicht nur eine einzelne Blume besonders hervorgehoben darstellen. Nachdem Sie ein passendes Foto in Ihre Bearbeitungssoftware importiert haben, wählen Sie ein passendes Auswahlwerkzeug. Zoomen Sie an den Teil ran, den Sie farbig lassen möchten und machen Sie eine Auswahl davon, indem Sie um den gewählten Ausschnitt klicken (indem Sie den gewählten Ausschnitt durch mehrere Klicks vom Rest des Bildes trennen).  Sind Sie zufrieden mit Ihrer Sektion können Sie im Anschluss Ihre Auswahl umkehren. Infolge dessen wird der gesamte Bildausschnitt – mit Ausnahmen des Parts, der die Farbeigenschaften behalten soll – ausgewählt. Die Auswahl können Sie nun mit Graustufen durch verringern der Sättigung oder mit Hilfe von schwarz-weiß-Filtern, wie oben geschildert, konvertieren. Ist in Ihrem Foto alles wie gewünscht, so können Sie anschließend die Selektion aufheben.