Kamrea Equipment

Mit der Kamera auf Tour – Teil 2 unseres Reise-Checks

Neben unserer Infografik, mit der wir Ihnen eine verlässliche Vorabkontrolle der Kameraausrüstung an die Hand geben möchten, befassen wir uns im zweiten Teil des Bilder.de Reise-Checks eingehender mit dem Kamera-Equipment.

Lesen Sie bereits im ersten Teil unseres Bilder.de Reise-Checks, wie wir eine umfassende Vorschau auf das Reiseziel werfen und erste Überlegungen zum Reise-Equipment anreißen. Lohnen sich teure oder sperrige Ausrüstungsgegenstände? Wird das mitgeführte Equipment überhaupt benötigt oder lässt sich auch mit einfachen Mitteln ein ansprechendes Ergebnis erzielen? Bereits die Wahl der passenden Kamera wurde hier zur Grundsatzentscheidung.

Kleine Kraftwerke für unterwegs und ausreichend digitaler Stauraum

Im Gegensatz zu retroklassischen Analogkameras benötigen digitale Kameramodelle – nicht zuletzt aufgrund ihrer technischen Voraussetzungen – ein Vielfaches mehr an Energie. Am Beispiel einer spiegellosen Kamera lässt sich dies gut verdeutlichen: Anstatt eines üblichen Suchers verwenden diese Kameramodelle Displays, um Motive im Aufnahmebereich zu positionieren – ganz im Gegensatz zu den DSLR-Vertretern, die ohne das stromfressende Display deutlich länger durchalten. Wer sich also vorab mit der Akkulaufzeit auseinandersetzt, kann den Energieverbrauch an die zu erwartenden Strapazen des Trips anpassen.

Noch ein kleiner Tipp: Nutzen Sie statt den handelsüblichen Einwegbatterien besser direkt einen passenden Ersatzakku – das ist auf lange Sicht nicht nur deutlich günstiger, sondern zudem auch umweltverträglicher. Viele Kameramodelle verwenden zudem ihr eigenes Akkusystem und unterstützen keine Einwegbatterien mehr.

Gerade vor längeren Touren ist es deshalb ratsam, sowohl vollgeladene Akkus in die Kamera einzulegen als auch mindestens einen Satz Wechselakkus griffbereit mit sich zu führen. Darüber hinaus darf das erforderliche Ladegerät nicht fehlen – doch Achtung: Die beste Ladestation ist nur so wertvoll wie der passende Reisestromadapter für Steckdosen, um letzten Endes nicht gänzlich ohne Strom dar zu stehen. Und nicht nur in Bezug auf die Kameraausrüstung wird sich der Reiseadapter auszahlen, denn auch Smartphone, Tablet, Föhn und Co. profitieren vom korrekten Steckdosenanschluss.

Für hinreichende Informationen zum passenden Reiseadapter hat sich der Reiseführerspezialist MARCO POLO in einem Magazin-Artikel sehr ausführlich über die gängigen Steckertypen, die landesübliche Netzspannung und die jeweilige Frequenz (Hertz) informiert – übersichtlich festgehalten in einer ansprechenden Tabelle.

Neben dem Stromverbrauch und einer doppelten Absicherung durch Ersatzakkus lohnt sich der vorausschauende Blick auf den noch verbleibenden Platz der aktuell genutzten Speicherkarte. Obwohl externe Datenträger immer größeren Speicherplatz zu immer günstigeren Preisen anbieten (und zudem immer kleiner werden) kann es gerade im Urlaub vorkommen, dass die SD-Karte schneller voll wird als einem lieb ist – vor allem, wenn platzraubende Videos die Aufnahmen komplettieren.

Wenn die Zweit- und Drittkarte am heimischen Arbeitsplatz vergessen wurde, müssen meist ältere Aufnahmen dran glauben. Aus diesem Grund ist es ratsam, sämtliche Bilder und Videos vor dem Reiseantritt auf den PC zu kopieren und die Karte anschließend zu formatieren. Während eines Trips lohnt sich zudem die regelmäßige Sichtung der getätigten Aufnahmen, um unbrauchbare Bilder und Dubletten direkt zu löschen. Auf diese Weise schafft man im Handumdrehen mehr Platz auf der Speicherkarte.

Des Weiteren gilt: Zu viele SD-Karten kann man nicht dabei haben – hier spart man andernfalls an der falschen Stelle. Sie sind klein, handlich und bieten bereits im unterklassigen Preissegment ansprechende Leistungen. Neben den zwei bis drei hochwertigen Karten können weitere erschwinglichere Modelle im Notfall den Tag retten.

Erweiterte Ausrüstung: Kleine Kniffe, die den Urlaub erleichtern sollen

Der Urlaub ist das Highlight des Jahres, die eigenen Erwartungen steigen von Tag zu Tag – doch irgendwie macht das in die Jahre gekommene Kameramodell nicht mehr den fittesten Eindruck. Ein neues Modell muss her, denn schließlich gibt es viel zu entdecken, geschweige denn zu fotografieren. Doch wer einen Neuerwerb im Sinn hat, dem können wir nur nahe legen, sich eingehend mit den Einstellungen zu beschäftigen. Nach der Ankunft möchte man sich schließlich nicht noch stundenlang mit einem ungewohnten Menü herumschlagen, sondern direkt drauf los fotografieren.

Vor Ort entstehen zudem häufig situationsbedingte Probleme, die es zu meistern gilt: Um beispielsweise flexibel und schnell auf unvorhersehbar auftretende Motive reagieren zu können, empfiehlt sich neben der Kameratasche ein alternativer Umhängegurt. Je nach Größe und Ausstattung der Kamera stehen sowohl Umhängegurte für den Nacken, für die Schulter oder als kurze Sicherung für die Umhängetasche zur Auswahl. Schultergurte können etwa auf langen Trips Entlastung bieten und steigern somit den Tragekomfort. Darüber hinaus sind seitlich getragene Kameras (bestenfalls unter der Jacke verborgen) im Gegensatz zu Nackengurten viel schlechter auszumachen.

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Seitlich getragene Kameras sorgen auf langen Trips für Entlastung, verbessern den Tragekomfort und lassen sich leichter unter einer Jacke verstecken. (© Dalibor Johánek – wikipedia.org)

In puncto Sicherheit sind viele Hersteller übrigens dazu übergegangen, diebstahlsichere Materialien in ihre Gurte einzuarbeiten. Frei zur Schau gestellte DSLRs an Gurten sind für geübte Gauner mit Cuttermesser andernfalls eine leichte Beute.

Retter in der Not: Modell-Name, Seriennummer oder Merkmale zur Identifikation

Wenn (im wahrsten Sinne des Wortes) alle Stricke reißen und die Ausrüstung verlegt oder gar entwendet wurde, hilft anschließend nur noch der Neukauf von Ersatzteilen aus dem örtlichen Elektronikfachhandel. Entgegen einer eventuellen Sprachbarriere und der Tatsache, dass nicht jedes Urlaubsziel mit der Produktauswahl der Elektronik-Fachmarktkette des Vertrauens mithalten kann, lässt sich die Suche dennoch vereinfachen.

Bereits zu Hause lohnt sich ein Blick auf die Modell-/Seriennummer oder weitere kennzeichnende Merkmale der Kamera und den wichtigsten Ausrüstungsgegenständen, die man mit sich führt. Anhand dieser Informationen kann das Fachpersonal schnell und einfach die richtigen Ersatzteile bereitstellen, ohne Produkte zu verwechseln. Ferner können Sie den Behörden vor Ort detaillierte Angaben zum Verlust weitergeben. Dies erhöht nachhaltig die Chance, vermisste Gegenstände wiederzuerlangen, die sich durch die Angaben eindeutig zuordnen lassen.

Wenn Sie sich darüber hinaus noch mit den unterschiedlichen Modell-Bezeichnungen der Ausrüstungsgegenstände befassen, sind Sie diesbezüglich auch auf der sicheren Seite. Einige Kameras und deren Serienausstattungen haben beispielsweise unterschiedliche Bezeichnungen in anderen Ländern, wie das Canon-Beispiel demonstriert: In den USA hat der Kamerahersteller eine „Rebel“-Serie auf den Markt gebracht, die hierzulande unter der Produktbezeichnung „EOS“ vermarktet wird. Diese Info kann wichtig werden, wenn die Verpackung des neuen Akkus mit „Passend für rebel TI2“ versehen ist.

Gorillapod oder Beanbag? Warum es sich auszahlt, das Reisegepäck mit einem Stativ zu belasten

Ohne Zweifel gibt es Angenehmeres, als ein sperriges Kamerastativ quer durch die Stadt zu tragen oder den nächsten Berg samt Extragewicht zu erklimmen. Meist überwiegen dennoch die Vorteile der „mechanischen Hand“ gegenüber einfachen Freihandaufnahmen – Stative stabilisieren die Kamera und ermöglichen ein qualitativ hochwertigeres Ergebnis.

Darüber hinaus wirken sich Stative nicht nur unter schwierigen Lichtverhältnissen positiv auf die Bilder aus. Die Kamerastützen ermöglichen in Szene gesetzte Belichtungsaufnahmen oder gestatten ein allgemein freieres Fotografieren, ohne mit veränderten ISO-Werten, Blende und Co. experimentieren zu müssen.

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Stative verbessern die Bildschärfe und gestatten ein freieres Fotografieren, ohne mit veränderten ISO-Werten, Blende und Co. experimentieren zu müssen. (#78520682 | © kosoff – Fotolia.com)

Wer sich trotzdem gegen ein Stativ entscheidet, der muss nicht gänzlich auf Stütze und Justierung verzichten. Mit etwas Einfallsreichtum wird aus der Mülltüte am Strand kurzerhand ein mit Sand gefülltes, formbares Beanbag-Stativ. Alternativ wird der Pullover einfach als Unterlage über den Maschendrahtzaun geworfen, um eine Auflagefläche zu schaffen.