Große Schleife mit einem Stern

Fotografieren auf dem Weihnachtsmarkt

Jetzt geht es langsam immer weiter auf Weihnachten zu und wir wollen uns noch einmal mit dem Thema der Nachtfotografie und den damit verbundenen Herausforderungen beschäftigen. Wo geht dies besser als bei den alljährlichen Weihnachtsmärkten, die für viele ein fester Bestandteil der winterlichen Jahreszeit sind?

Hierzu haben wir einige Bilder aufgenommen, um Ihnen zu zeigen wie Sie unter anderem durch Änderungen der Belichtungszeit die gewünschten Ergebnisse erzielen können.

Schild mit der Aufschrift: Glüweihn, Eierpunsch, Kakao

Bei Aufnahmen mit wenig Licht kommt man meistens nicht um die Benutzung eines Stativs oder eines anderen Hilfsmittels herum. Manchmal ist es auch möglich die Gegebenheiten vor Ort zu nutzen.

Tipp: Falls Sie kein Stativ zur Hand haben sollten, suchen Sie sich eine Bank oder eine Mauer in der Nähe als Ablage. Meistens findet sich etwas, nur ist man so immer eingeschränkt bei der Auswahl des Motivs bzw. des Bildausschnitts.

Fotografieren bei wenig Licht

Als Faustregel kann man sich merken, dass es ab einer Belichtungszeit von 1/60 (d.h. 1/60 Sekunden fällt Licht auf den Sensor) zunehmend schwieriger wird, ein verwacklungsfreies Bild aufzunehmen. Das ganze steht aber immer auch in Abhängigkeit von anderen Werten wie z.B der Blendenöffnung, des ISO-Wertes und natürlich der Eigenbewegung des Motivs.
Nachtaufnahmen sind nicht unbedingt komplizierter, sondern erfordern nur etwas Übung und die Auseinandersetzung mit den Einstellungen und Funktionen der Kamera. Viele Kameras verfügen über einen speziellen Aufnahmemodus für Nachtaufnahmen. Dabei ist jedoch zu beachten, dass diese Einstellung wenig bis gar keine Veränderungen der Belichtungszeit, des ISO-Wertes oder anderer Parameter zulässt. Häufig wird von der Kamera auch der Blitz automatisch aktiviert und lässt sich nicht abstellen. Wir empfehlen Ihnen zu Beginn daher zunächst einmal die Benutzung der sogenannten Blendenautomatik. Hierbei können Sie die Belichtungszeit vorgeben und die Kamera wählt entsprechend dazu die Blende aus. Bei den meisten Kameras wird diese Funktion auf dem Stellrad als S (für shutter priority) oder T/TV (time value) bezeichnet.

Wenn Sie es sich zutrauen, können Sie auch im manuellen Modus der Kamera fotografieren und neben der Belichtungszeit sowie aller anderen Funktionen auch die Blende frei wählen. Hierbei empfiehlt sich ein Blendenwert zwischen 7.1 bis 11. Als Einstellung für den ISO-Wert raten wir dazu, diesen nicht so hoch zu wählen, um ein zu starkes Bildrauschen zu vermeiden.

Bewegung und Belichtungszeit

Generell ist nachts eine längere Belichtung nötig, wenn auf einen Blitz verzichtet wird, da weniger Informationen auf den Sensor gelangen. Dies wiederum führt zu den Effekten, die Sie auf den unteren Bildern sehen können.

Pyramide_doppel

Dieses Phänomen kann man sehr schön einsetzen, um Bewegungen auf dem Bild zu zeigen. So kann man dem Bild eine Dynamik verleihen, die bei einer Tageslichtaufnahme aufgrund der kurzen Belichtungszeit gar nicht möglich gewesen wäre.

Nicht nur auf dem Weihnachtsmarkt kommt es vor, dass man sich an einem schönen Platz befindet, an dem sich viele weitere Personen aufhalten und immer im falschen Moment vor der Kamera stehen. Auch hier kann Ihnen die Langzeitbelichtung weiterhelfen. Wenn Sie die Personen schon nicht aus dem Bild „bitten“ können, so binden Sie sie doch einfach mit in Ihre Aufnahme ein.

Langzeitbelichtung mit Lichtspuren

Durch die lange Belichtungszeit können Sie die Bewegungen der anderen Personen nachzeichnen und sie wirken nicht mehr störend, sondern sind ein Abbild der manchmal hektischen Menschen im Weihnachtstrubel, während Ihr Aufnahmemotiv einen Ruhepol in der Mitte darstellt. Wichtig ist, dass sich die Person in der Mitte möglichst wenig bewegt, da auch Ihre Bewegungen von der Kamera aufgezeichnet werden.

Tipp: Steigern Sie bei Ihren Aufnahme langsam die Belichtungszeit und schauen Sie wie sich die Wirkung des Bildes verändern. So können Sie spielerisch den Ausdruck Ihrer Aufnahme gestalten.

Nachteile des Blitzens

Eine Frage die sich immer wieder stellt, ist die Verwendung des Blitzes. Es erscheint zunächst als einfachste Möglichkeit mehr Licht auf die Aufnahme zu bekommen. Die Reichweite des Blitzes ist relativ gering und verblasst schon nach wenigen Metern. Da die Kamera nun errechnet, dass genug Licht vorhanden ist, wird die Belichtungszeit automatisch reduziert. Daher werden die dunkleren Teile des Hintergrunds wahrscheinlich gar nicht mehr zu sehen sein.

Tipp: Suchen Sie in Ihrer Umgebung nach vorhandenen Lichtquellen. Vielleicht kann sich ihr Fotomotiv in der Nähe einer Laterne oder anderen Lichtquelle aufstellen. So ist die Person hell genug und Sie können sogar den Hintergrund mit aufnehmen.

Ein weiterer Nachteil ist das unnatürliche und kalte Licht des Blitzes, was häufig das schöne, warme Licht überstrahlt.
Gerade in der Dunkelheit lassen sich Stimmungen und Handlungen sehr schön einfangen. So wird aus dem Gaukler mit einer Fackel auf einmal ein wie durch Geisterhand gezeichnetes Schriftzeichen.

Gaukler Feuer Ausschnitt

Dies sollen einige Anregungen sein, wie Sie bei Ihrem nächsten Ausflug – der Sie vielleicht auch auf den Weihnachtsmarkt führt – ein paar schöne Bilder aufnehmen können. Vergessen Sie hierbei jedoch nicht, dass Aufnahmen bei Dunkelheit und gerade Langzeitbelichtungen Übung und Ausdauer bedürfen. Lassen Sie sich also nicht gleich entmutigen, sondern versuchen Sie durch Veränderungen der Einstellungen und vor allem durch viel Probieren Ihrer Wunschaufnahme ein Stück näher zu kommen.

Viel Spaß beim Probieren und schöne Erlebnisse auf dem Weihnachtsmarkt wünscht Ihnen

Ihr Bilder.de Team.