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Belichtungssteuerung: Drei grundlegende Stellschrauben für anspruchsvolle Aufnahmen

Blende, Belichtungszeit und ISO-Wert - Fachbegriffe, die es zu klären gilt, wenn man sich mit den Grundlagen der Fotografie auseinandersetzt. Doch wer das technische Zusammenspiel hinter der Belichtungssteuerung einer Aufnahme erst einmal verstanden und verinnerlicht hat, dem gelingen selbst eindrucksvolle Aufnahmen abseits der Automatik-Einstellungen.

Beginnern stellt sich nach dem Kauf einer digitalen Spiegelreflexkamera nicht selten die erste größere Herausforderung in den Weg. Zahlreiche Tasten, Einstellungen und technische Zusammenhänge stehen zwischen dem angehenden Fotografen und dem Motiv, bevor das so unverwechselbare „Klickern“ des Schwingspiegels überhaupt ein einziges Bild einfangen kann.

Doch mit der nachfolgenden Infografik wird vieles eindeutiger – versprochen! Hier wird anhand von Beispielen anschaulich erklärt, wie sich Veränderungen an den manuellen Einstellungen der Kamera auf das Ergebnis einer Bildaufnahme auswirken. Die Lichtempfindlichkeit anhand eines variierenden ISO-Werts, der regulierte Lichteinfall mithilfe der Kamerablende oder die Belichtungszeit des digitalen Sensors (Lichtempfängers). Ein optimales Zusammenspiel dieser drei Stellschrauben ist ein wesentlicher Faktor für die Qualität einer Aufnahme.

Anmerkung: Die Tipps in diesem Artikel beziehen sich zwar auf Beispiele, in denen eine digitale Spiegelreflexkamera zum Einsatz kam, können jedoch für jedes hochwertige Kameramodell übernommen werden, die das Arbeiten im manuellen Modus ermöglicht.

Infocard Blende, Belichtung und ISO

Anhand der sich verändernden Icons werden die technischen Begriffe anschaulich erklärt. Sie zeigen die Folgen von Veränderungen am ISO-Wert, den Einsatz von verschiedenen Blendenöffnungen und der Belichtungszeit des digitalen Sensors (Lichtempfängers) auf.

Die Blende – kreisförmige Lamellen regulieren den Lichteinfall

Eine Spiegelreflexkamera besteht grundsätzlich aus zwei Hauptbestandteilen – dem Objektiv und dem Bildnehmer. Im Objektiv befindet sich die mechanische Vorrichtung, die den Lichteinfall reguliert. Diese Vorrichtung nennt sich Blende und besteht aus mehreren, kreisrund angeordneten (Blech-)Lamellen, mit denen die Größe der Blendenöffnung verändert wird.

Auch wenn diese Annahme nahe liegt: Blendeneinstellungen beeinflussen nicht die Bildgröße, sondern steuern im Wesentlichen die Schärfentiefe einer Aufnahme. Dieser Effekt erzeugt eine gewollte Unschärfe/Schärfe, die sehr gerne bei Porträts angewendet wird. Je größer die Blendenöffnung, desto mehr Licht fällt ein und desto unschärfer wird der Hintergrund – der Blick des Betrachters kann somit gezielt auf Motive im Vordergrund gelenkt werden.

Blende offen und geschlossen

Je kleiner die Blendenöffnung eingestellt ist, desto weniger Licht gelangt über das Objektiv hin zur Kamera. Daraus resultiert eine größere Schärfentiefe und umso schärfer gelingt die Aufnahme des Hintergrunds – ideal für Landschaftsaufnahmen.

Bewegt oder statisch? Motive mit Belichtungszeit ruckelfrei einfangen

Mit der Belichtungszeit setzten Sie der Kamera einen zeitlichen Rahmen, wie lange das gebündelte Licht vom Objektiv auf den Bildsensor trifft. Grundsätzlich bestimmen diese Einstellungen natürlich die Helligkeit einer Aufnahme, dass heißt: Gönnen Sie der Aufnahme eine längere Belichtungszeit, wird das Ergebnis dementsprechend aufgehellt. Eine kürzere Belichtungszeit hat im Umkehrschluss eine dunklere Aufnahme zur Folge.

In Verbindung mit der Infografik bezieht sich die Belichtungszeit allerdings eher auf den Einsatz bei sich bewegenden Motiven. Der Bildsensor fängt die Informationen ein, die das Licht übermittelt. Sich bewegende Motive – beispielsweise ein Läufer oder Radfahrer – verändern im Gegensatz zu starren Objekten ihre Position und übermitteln deshalb mehr Informationen, weshalb der falsche Einsatz der Belichtungszeit unscharfe Aufnahmen und Verwacklungen zur Folge hat.

Eine kurze Belichtungszeit unterstützt hingegen die Bildschärfe bei schnellen Bewegungen – geübte Fotografen feilschen hier mit der Zeit. Jedoch liegt der Nachteil  klar auf der Hand: Eine kürzere Belichtungszeit bedeutet den Einsatz von Lichtquellen, um die Helligkeit des Bildes zu steigern.

Der ISO-Wert bestimmt die Empfindlichkeit des Bildsensors

Spricht man vom sogenannten ISO-Wert einer digitalen Spiegelreflex, bezieht sich diese Einstellung auf die Empfindlichkeit des Lichtsensors. Analoge Kameras können den ISO-Wert einzig über den Film regulieren – ein klarer Nachteil gegenüber digitalen Modellen, mit denen man Veränderungen der Lichtempfindlichkeit direkt am Sensor vornimmt.

ISO Vergleich

Je höher die Lichtempfindlichkeit des Sensors, desto niedriger kann die Belichtungszeit eingestellt werden – theoretisch! Ein hoher ISO-Wert hat allerdings einen direkten Einfluss auf die Bildqualität, denn sowohl Helligkeits- als auch Farbrauschen sind die Folgen dieser Sensibilität.

Drei Parameter für ein perfekt belichtetes Bild

Gerade Beginner scheuen den Schritt – weg vom Automatik-Modus und hin zur manuellen Bedienung der DSLR-Kamera. Die graue Theorie scheint für viele eine zu große Hürde darzustellen, weshalb die Infografik einen sehr bildhaften, ersten Eindruck vom Zusammenspiel dieser drei wichtigen Parameter vermittelt und Ihnen als Gedächtnisstütze im Alltag einen großen Dienst erweisen kann.